In den ersten sieben Jahren baut sich das leibliche Fundament fürs Leben auf und es ist die Zeit des größten körperlichen Wachstums. Daher ist gesunde, ausgewogene Ernährung besonders wichtig. Die Kinder erleben das Essen mit allen Sinnen und mit ihm den Wandel in der Natur. Wir verarbeiten bevorzugt vollwertige Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft. So wollen wir das Bewusstsein von der Entstehung der Nahrungsmittel fördern und einen Beitrag zur Achtung der Erde leisten. Das Frühstück wird morgens in der Gruppe gemeinsam zubereitet. Es wird rohes Gemüse und Obst der Saison verwertet – wenn möglich auch aus dem eigenen Garten. Durch diesen Vorgang lernen die Kinder den Umgang und die Achtung der Lebensmittel. Die Kinder sollen die Welt ganzheitlich betrachten können. Somit trägt auch das Einsähen/Einpflanzen und Ernten von Lebensmitteln im eigenen Garten trägt dazu bei, dass die Kinder durch das Angebot der Natur „den Weg vom Korn zum Brot“, das Wachsen, Gedeihen und Ernten verfolgen können.

DSC09841Zum Frühstück gibt es jeden Tag eine Getreidemahlzeit mit Rohkost oder frischem Obst, mittags ein vegetarisches Menü (zubereitet von der „eigenen“ Köchin) und nachmittags eine kleine Obst-Mahlzeit. Es gibt ausschließlich vegetarische Kost, da die heutigen modernen Methoden der Tierzucht wenig Unterstützens wert sind. Tiere sind Wesen, die zu Empfindungen und Gefühlen wie Freude und Leid fähig sind. Die Menschen haben eine Verpflichtung gegenüber der Tierwelt, die mindestens artgerechte Haltung beinhaltet. Milch, Milchprodukte und Eier unterscheiden sich zwar unwesentlich von diesem Aspekt, sind jedoch nicht Teil eines Tierkörpers und beinhalten somit keine physischen und seelischen Lebenskräfte. Sie dienen als Eiweißlieferant und auch ihr Genuss ist, in Bezug auf Massentierhaltung, in Grenzen zu halten. Jede Mahlzeit wird gemeinsam an einem schön gedeckten Tisch abgehalten. So wird der Esstisch zur „Bildungs- und Begegnungsstätte“ und gehört mit dem anschließenden Märchen zur Ruhephase des Tages. Vor jeder Mahlzeit wird ein Tischspruch gesprochen/gebetet, wodurch den Kindern Dankbarkeit und Ehrfurcht vor dem Essen vermittelt wird. In der Anthroposophie werden auch der Ernährung verschiedene Rhythmen zugeteilt. Für die Getreide Mahlzeiten die zum Frühstück zubereitet werden, wird also jeweils aus dem Kosmos ein Tag einem bestimmten Getreide zugeordnet:

Der Montag steht mit dem Mond in Verbindung. Er gibt den Menschen die Möglichkeit sich noch etwas Ruhe zu gönnen und sich rückblickend auf die Erlebnisse des Sonntags zu besinnen. Eine harmonisch, besinnliche Wirkung geht von der Reispflanze aus. Somit gibt es montags Milchreis mit Zimt/Zucker und Obst.

 

Der Dienstag (französisch ´mardi´) wird dem Planeten des Kriegsgottes Mars zugeordnet. Diesem Tag ist die kraftgebende Gerste zugeordnet. Ihr sagt man nach, dass sie die Tatkraft unterstütze. Somit gibt es dienstags Gerste-Brei mit Rohkost.

 

Der Mittwoch (französisch ´mercredi´) steht für den römischen Gott Merkur, der als Boote der Götter den Himmel mit der Erde verbindet. Das hierzu passende Getreide ist die Hirse. Sie wirkt sich positiv auf unsere Sinnesorgane aus, welche zur Kontaktaufnahme der Umwelt dienen. Somit gibt es mittwochs Hirse Brei mit Rohkost.

Der Donnerstag (französisch ´jeudi´) ist der Tag des Jupiters, welcher Großzügigkeit ausstrahlt. Diesem Tag ist der Roggen zugeordnet. Dieses Getreide verleihe Großmut, wirke erdend und substanzgebend. Somit gibt es am Donnerstag frische, selbstgebackene Brötchen.

Der Freitag (französisch ´vendredi´) enthält den Namen der römischen Göttin Venus. Sie ist die Liebesgöttin und steht für das Wachsende. Der Hafer „beinhaltet von allen Getreidearten die stärkste Beziehung zu den aufbauenden, substanzgebenden Kräften“.[1] Somit gibt es am Freitag Quark/Milch mit Hafer und Obst.

[1] http://www.freieheilpraktiker.com/Patienteninfo/Naturheilkunde/Die-Ernaehrung-im-anthroposophischen-Weltbild